Inge Hannemann – Hartz IV

Inge Hannemann prangert an, dass insbesondere junge Menschen menschenverachtend behandelt werden.

Als einer meiner Söhne bei mir wohnte, nahmen wir seine Freundin bei uns auf und meldeten sie bei uns an. Ich begleitete die junge Frau zu genau dem Amt, bei dem Inge Hannemann arbeitet. Wir wurden zu einem jungen Sachbearbeiter geführt, der zunächst beanstandete, dass die junge Frau sich umgemeldet hatte. Ich bestand darauf, dass er den Leistungsantrag entgegen nimmt, was er verweigerte. Die junge Frau hätte sich zunächst an die alte Arge zu wenden und überhaupt…

Ultimo staunten wir nicht schlecht, denn meinem Sohn wurde die Leistung verweigert. Man machte kurzerhand aus den jungen Leuten eine Bedarfsgemeinschaft und strich beiden die Leistungen. Die junge Frau hatte nun weder Geld zum Leben, noch Fahrgeld, um die Angelegenheit in ihrer ursprünglichen Heimat zu klären. Damit mein Sohn weiter Leistungen erhalten konnte, hatte ich keine Wahl, als die junge Frau obdachlos zu machen. Sie kam bei Fördern und Wohnen unter.

Wenn ich zurückschaue, insbesondere auf die Nachkriegszeit, dann war es selbstverständlich Verwandte, Freunde oder Bekannte aufzunehmen. Heute riskiert man damit, mit ihnen zu einer Bedarfsgemeinschaft gerechnet zu werden, seine finanziellen Verhältnisse offen legen zu müssen und sich für Menschlichkeit rechtfertigen zu müssen. Das ist nämlich offensichtlich nicht mehr erwünscht.

Von meinen Kunden kenne ich noch viel schlimmere Geschichten. Ach – und nur am Rande möchte ich erwähnen, dass bei der Arge gemobbt wird, was das Zeug hält. Politiker mit ihren hohen Diäten machen sich um die Folgen ihrer Politik nur selten Gedanken. Und deshalb unterstütze ich Inge Hannemann.

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Über Ricarda

Gründerin und Leiterin der Mobbing-Zentrale, Parteilose Kandidatin für die Bürgerschaftswahl Hamburg 2013
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2 Kommentare zu Inge Hannemann – Hartz IV

  1. Ratina sagt:

    Da kann man ja nur mit dem Kopf schütteln. Da hatte dein Sohn aber Glück das er überhaupt Leistungen bekam. Die hätten ja sagen können, er wohnt bei der Mutter also muss die dafür aufkommen – ob das Kind 10 oder 20 ist, ist doch egal wenn Leistungen gespart werden können.

    Aber leider: Erfahrungen die nicht nur junge ALG 2 Empfänger machen. Und, ja doch Bedarfsgemeinschaften sind doch erwünscht, hauptsache man muss keine Leistungen mehr an Bedürftige zahlen. Und da sind doch alle Mittel Recht.
    Habe in einer WG mit einem Mann gelebt – er war nie mein Partner, er ist schwul – aber man hat immer wieder unterstellt wir wären ein Paar. Was wäre passiert wenn wir ein Paar gewesen wären? Er studierte noch und bekam Bafög und ich war fertig und Arbeitslos. Hätten wir von seinem Bafög gemeinsam leben müssen? Wir lösten dann die WG auf, obwohl wir das zusammen leben praktisch fanden. Das gab dann auch Probleme, weil er durfte ja ausziehen, und ich? Mir wollte man es verbieten, aber die Miete für die komplette Wohnung auch nicht zahlen – zu groß und zu teuer für eine Person. Gegen den Willen des Amtes zog ich in eine winzige Wohnung, bekam weder Beihilfe zum Umzug noch einen Zuschuss um die Wohnung zu renovieren bzw einzurichten. Außer Bett und Schrank hatte ich nichts, da die WG-Wohnung vom Vermieter großzügig Teilmöbeliert (Küche/Wohnraum) war.
    Und was ich mir da alles anhören musste! Ich kam mir echt vor wie ein kleines Kind – und ich war damals 31 und die Dame mir gegenüber anfang 20! Bin froh damit nichts mehr zu tun zu haben und ich kann nur sagen, die jenigen die heute noch sagen Hartz 4 wäre gut wie es ist, die waren wohl noch nie in dieser Situation. Und ich habe Respekt vor Menschen wie Frau Hannemann, das sie den Menschen denen es eh schon Mies geht helfen wollen und nicht schikanieren.

    Mmh, und sollte es zu einer Liebe zwischen ALG 2 Emfangenden und Arbeitenden kommen, bedeutet es doch das diese auch keine Chance haben. Die Löhne der Arbeitenden reicht oft garnicht mehr um eine Familie zu ernähren – also mein Lohn ist für mich ausreichend, aber für ne Familie, nö – und ich bin Akademikerin. Also, wird ein solches Paar wohl eher nicht zusammen ziehen und Kinder in die Welt setzen. Und ich dachte unsere Regierung setzt auf die Zukunft.

    Die Agenda 2010 versetzt uns in die Vergangenheit – Faschismus und moderne Sklaverei sind definitiv keine Zukunft!

    Das was da staatlich verordnet wird ist Menschenverachtend! Der ALG 2 Bezieher darf wählen (und am bestens CDU/SPD/FDP) aber, sein Recht auf ein Leben mit Würde und Freiheit hat er verloren.
    Oder bekommen die Arbeitslosen anstatt der Wahlbenachrichtigung nur noch die Bestätigung zugesendet das ihre Stimme der CDU zugeordnet wird. Wäre ja eine Möglichkeit. Man schreibt den Leuten ja auch vor wie sie Leben sollen.

    Ich wünsche mir das in diesem Land wieder jeder in Würde und Freiheit leben kann und man endlich wieder Stolz sein kann hier zu leben.
    Es geht mir nicht in den Kopf, das man in einem relativ Reichen Land wie Deutschland absichtlich die Menschen verarmen lässt nur um die Taschen von einigen Wenigen und natürlich sich selbst zu füllen (unsere Politiker sind da ja nicht sehr Selbstlos veranlagt – soviel zur „römischen Dekadenz“).

  2. Bernd sagt:

    Heutzutage ist es eben nicht mehr üblich anderen Bedürftigen beizustehen oder sogar bei sich in die eigene Wohnung mit aufzunehmen.

    Zum Thema Auszug von unter 25 Jähren finde ich es gut, dass die Regierung einen Riegel vorgeschoben hat. Früher konnten Heranwachsende mit 18 ausziehen und bekamen vom Amt eine Wohnungsausstattung + Kaution (Darlehen) und die Miete. Andere – die Nicht-Bedürftigen – mussten sich das erst hart erarbeiten, indem sie eine Ausbildung oder Studium absolvieren und verbrachten ihre magere Freizeit in ihrer kleinen Bude, die man sich durchs Jobben finanzieren konnte. Infolgedessen konnte man mit dem hart Erarbeiteten und Ersparten den ersten Hausstand organisieren.

    Das war zwar stressig, aber für die Entwicklung und Selbstverwirklichung auch gesunder Stress, aus dem Kreativität und Eigenantrieb erst entstehen können – ohne das kann man schnell zur Bedarfsgemeinschaft der 2. oder 3. Generation heranwachsen.

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